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Freiraum und Geld für die Forschung

 

Die Förderung der Forschung hat im „Land der Tüftler und Denker“ einen hohen Stellenwert. Baden-Württemberg gibt 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aus – ein internationaler Spitzenwert. Gefördert werden sowohl die Grundlagenforschung, als auch die anwendungsorientierte Forschung, der Technologietransfer in marktfähige Produkte und wirtschaftsnahe Projekte in Erfolg versprechende Schlüsseltechnologien. Dabei gilt das Prinzip, dass die öffentliche Förderung private Investitionen in Forschung und Entwicklung nach sich ziehen soll.

 

Hervorragende Forschung in Baden-Württemberg
Die Forschungsförderung in Baden-Württemberg basiert auf mehreren, eng miteinander verzahnten Säulen. Kernstück an den Hochschulen ist die Drittmittelfinanzierung durch bundesweite Programme, etwa durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft, sowie durch die Europäischen Union (EU). So waren die baden-württembergischen Forschungseinrichtungen im 6. EU-Forschungsrahmenprogramm mit 719 Projekten beteiligt und konnten 24 Prozent aller für Deutschland vergebenen Fördermittel für sich verbuchen.

Wichtigstes Instrument des Landes ist das Forschungsschwerpunktprogramm Baden-Württemberg, dessen Mittel vor allem für die Anstoßfinanzierung großer Forschungsvorhaben eingesetzt werden. Speziell an die Fachhochschulen adressiert ist ein Schwerpunktprogramm zur Förderung der Angewandten Forschung. Ergänzt werden die öffentlichen Gelder durch Drittmitteleinwerbungen aus der Industrie. Der Technologietransfer funktioniert nach beiden Seiten: Die Hochschulen profitieren von den Geldern an sich sowie von der Praxisnähe der kooperierenden Firmen. Den Unternehmen wiederum kommen die technologische Kompetenz und die hervorragende Ausstattung der Forschungseinrichtungen zugute.

Brücken zwischen Hochschulen und Wirtschaft

Ansprechpartner für Unternehmen, die Partner für ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt suchen, sind an den Hochschulen die jeweiligen Referate für Forschung und Technologietransfer. Die Mitarbeiter dort betreuen die Antragstellung und bereiten die Kooperationsverträge vor. Die technologieorientierten Universitäten Karlsruhe und Stuttgart geben regelmäßig Broschüren heraus, die umfassend über die aktuellen Forschungsschwerpunkte ihrer Institute und angegliederten Forschungseinrichtungen informieren. Die Universität Freiburg hat hierfür eine Internetplattform eingerichtet, die Interessenten den direkten Zugang zu Forschungsprojekten, insbesondere in den Bereichen Biotechnologie, Medizin und im Bereich medizinische Technologien ermöglicht. Ansprechpartner an den Fachhochschulen sind die jeweiligen Institute für Angewandte Forschung, die in der Regel dem Rektorat zugeordnet sind.

 

Zahlreiche Kooperationen im Forschungsbereich
Eine weitere Brücke zwischen Hochschule und Wirtschaft ist das Technologie-Lizenz-Büro der baden-württembergischen Hochschulen in Karlsruhe. Die Einrichtung kümmert sich um die Vermarktung von Erfindungen und berät in patentrechtlichen Fragen. Ansprechpartner auf Seiten der Wirtschaft sind die Industrie- und Handelskammern. Diese bieten Unterstützung bei der Entwicklung neuer Produkte, beraten über Förderprogramme für Forschung und Entwicklung und stellen Kontakte her.

Verbünde stärken Wettbewerbsfähigkeit

Groß geschrieben werden in der baden-württembergischen Forschungsförderung Verbünde zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Ein Beispiel hierfür ist das „Förderprogramm Informationstechnik Baden-Württemberg“ (BW-FIT) mit einem Volumen von zwölf Millionen Euro. Unterstützt werden zum Beispiel die Erforschung von vernetzten Computersystemen der nächsten Generation („Ubiquitous Computing“) oder von Gigapixel-Displays zur interaktiven Visualisierung.
Eine Schlüsselrolle bei der Betreuung von Forschungsverbünden kommt der Landesstiftung Baden-Württemberg zu, die sich das Ziel gesetzt hat, den Forschungsstandort Baden-Württemberg im internationalen Wettbewerb zu stärken. Aktuelle Förderthemen sind unter anderem die Mikrosystemtechnik, die Lebenswissenschaften sowie die Photonik.

 

Medienforschung in Baden-Württemberg
Die MFG Baden-Württemberg fördert die Entstehung von Forschungsverbünden wie dem Cluster Visual Computing und setzt sich dabei insbesondere für den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Unternehmen ein. Den Einsatz innovativer IT-Lösungen in Wachstumsfeldern der Kreativwirtschaft fördert die MFG im Rahmen des europaweiten Netzwerkes „CReATE“. In mehreren Schritten sollen regionale Forschungsschwerpunkte und gemeinsame Innovationsprojekte für die Kreativwirtschaft entwickelt werden.

Preise als Förderinstrument

Ein weiteres Instrument der Forschungsförderung ist die Vergabe von Preisen und Awards. Als „Nobelpreis“ unter den Auszeichnungen verleiht das Wissenschaftsministerium alljährlich zwei mit je 100.000 Euro dotierte Landesforschungspreise, die an je einen herausragenden Wissenschaftler aus der Grundlagen- und der anwendungsbezogenen Forschung gehen. Die Preisträger forschen auf den verschiedensten Wissenschaftsfeldern. Aus dem Bereich IT und Medien wurde im Jahr 2008 die Informatikerin Prof. Britta Nestler von der Hochschule Karlsruhe ausgezeichnet, die auf dem Gebiet der computergestützten Materialwissenschaften arbeitet.
Aber auch Vereine, Verbände und Stiftungen erweisen sich als potente Förderer der IT- und Medienforschung. So vergibt die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikation jährlich den interdisziplinären „Forschungspreis Technische Kommunikation", Dissertationsauszeichnungen sowie Sonderauszeichnungen für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Themenfelder sind neben allen Aspekten der neuen breitbandigen Medien speziell die Mensch-Technik-Interaktion, E-Government sowie Fragen der IT-Sicherheit.

Der Deutsche Multimedia Award (DMMA), ausgelobt durch den Deutschen Multimedia Kongress (DMMK), die MFG Baden-Württemberg und den Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), honoriert Best-Practice-Beispiele im Bereich Online-, Offline- und Kioskanwendungen und gilt als die führende Auszeichnung für die Multimedia-Sparte im deutschsprachigen Raum. Die Klaus Tschira Stiftung fördert Forschungseinrichtungen wie das European Media Laboratory (EML) Research und unterstützt Wissenschaftler beim Erwerb kommunikativer Fähigkeiten.

 

Nachwuchsförderung durch Stipendien
Nachwuchsförderung wird groß geschrieben

Um den Spitzenplatz in der IT- und Medienforschung zu sichern und weiter auszubauen, setzt die Forschungsförderung in Baden-Württemberg gezielt auf den Nachwuchs. So bieten öffentliche und private Träger eine Vielzahl an Stipendien und (Post-)Graduierten-Programmen an. Im Bereich IT und Medien fördert die MFG Baden-Württemberg mit dem Karl Steinbuch Stipendium innovative und interdisziplinäre Ideen mit IT- und Medienbezug. Neu ist das Programm COACHING 4 FUTURE der Landesstiftung Baden-Württemberg, das Schülerinnen und Schüler, Hochschulen und die Wirtschaft vernetzen will, um dem Nachwuchsmangel in den naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen entgegenzuwirken. Damit schon Kinder und Jugendliche zu einem kompetenten Umgang mit den Medien angeregt werden, hat die Stiftung Medienkompetenz Forum Südwest einen Förderpreis Medienpädagogik aufgelegt.

 




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